Bericht über eine Stadtexkursion zur Urban Gardening Gruppe Kempten

Am Dienstag, 13. 8. 2019 besuchte eine Gruppe interessierter Bürger in der Stiftstadt Kempten die bisherigen Ergebnisse der „Essbaren Stadt“. Hinter diesem Namen verbirgt sich eine lose organisierte Gruppe von ökologisch ausgerichteten Menschen, die Randstreifen, Brachflächen, Garagendächer, Hofeinfahrten und andere „Restflächen“, wie dem zubetonierten Schlangenbach, mit Erlaubnis und unterstützt von der Stadt, bepflanzen und mit diesen Pflanzen die Artenvielfalt in der Stadt heraufsetzen.

Zusätzlich sorgen das Gemüse und Obst usw. für gesunde Lebensmittel für Anwohnern und Passanten, denen man davon zu ernten anbietet. Zusätzlich dient das gemeinsame Tun und Teilen auf jeden Fall dem nachbarschaftlichen Zusammenhalt.

Die Kemptener Gruppe der weltweiten Urban Gardening Bewegung hat sich den Namen "Essbare Stadt" gegeben; ihr Spiritus Rector ist Michael Brandl aus der Stiftstadt, ein Mächler des Gartenbaus und als Unabhängiger Bürger seit mehreren Perioden Mitglied auf der UB/ÖDP Stadtratsliste.

Schon im Vorfeld war er vom Bayerischen Rundfunk interviewt worden und so war auch ein Teilnehmer der Exkursion extra aufgrund der zwei Stunden vorher ausgestrahlten Radiosendung erschienen.

Herz der Pflanzungen sind Hochbeete, die Brandl zusammen mit seinen Mitstreitern selber anlegt, wobei auch unorthodoxe Wege gegangen werden: In Reih´ und Glied stehende Bäcker-Brot-Kisten, innen mit zerschnittenen Bannern ausgeschlagen, unten mit Gaze zum Durchtropfen des Gießwassers abgedichtet und auf einem Heer von 10 Liter Joghurteimern stehend tragen reiche Gemüseernte. Standort: das Dach einer Doppelgarage! Die Hochbeete schützen vor Schnecken, denn Schneckenkorn ist hier tabu, und schonen den Rücken der Arbeitenden. Über anderen Beeten schützen Gazevliese vor zu starker Sonneneinstrahlung, Starkregen und Hagel, sammeln aber im warmen Sommernächten den Tau. Auch bei der Bewässerung wird experimentiert: Während bei Benjamin Klose am Schleienweiher die von der Stadt Kempten gestellten Pflanztröge mit Tröpfchenbewässerung von Restposten seiner Arbeitsstelle hightech-mäßig zu ihrem Nass kommen, denn Benjamin ist Garten- & Landschaftsbauer, experimentiert ein anderes Mitglied der Gruppe mit Wasser gefüllten Glasflaschen, die umgekehrt in das Beet gesteckt werden. Bei Trockenheit bewirkt die Saugkraft der Erde ein Ansaugen des Wassers, zusätzlich drückt die sich wegen der Hitze ausdehnende Luft im Boden der Flasche, der ja in die Luft ragt, das Wasser in die Erde.

Das Ganze war sehr spannend und ging erst nach über zwei Stunden intensiven Fachsimpelns zu Ende, schließlich mussten drei aktuelle und ein zukünftiger Standort besichtigt werden.


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