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Standorterhalt der Bibliothek: Antrag von UB/ÖDP, FFK und FDP

Wir begrüßen, dass der Neubau der Stadtbibliothek umfassender geplant werden und am Ende zu einem Bürger-, Kommunikations- und Bibliothekzentrum führen soll. Allerdings sehen wir bei dem Standort „Schwaigwiesschule“ erhebliche Nachteile:

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
Sehr geehrte Damen und Herren,

Wir begrüßen, dass der Neubau der Stadtbibliothek umfassender geplant werden und am Ende zu einem Bürger-, Kommunikations- und Bibliothekzentrum führen soll. Allerdings sehen wir bei dem Standort „Schwaigwiesschule“ erhebliche Nachteile:

  1. Beeinträchtigung der Festwoche: der Bau eines solchen Gebäudes mit seinen angestrebten Nutzungsmöglichkeiten und ausgeprägtem Raumkonzept erfordert ein Baukörper, welcher das Grundstück voll und ganz ausfüllt. Die dadurch wegfallenden Flächen schränkt erneut die Organisation der Festwoche ein. Auch während der Bauphase ist mit erheblichen Beeinträchtigungen zu rechnen.
  2. Verkehrsbelastung: Das Gebäude der neuen Bibliothek würde „eingepfercht“ zwischen zwei Verkehrsadern liegen mitsamt allen unangenehmen Emissionen (Lärm, Abgase..). So liegt auf der einen Seite die starkbefahrenen Salzstraße und auf der anderen Seite die Zufahrt zum ZUM, die mit vielen Bussen täglich bedient wird. Diese Umstände bilden keine Atmosphäre ab, in der wir uns eine Bibliothek vorstellen.
  3. Nachhaltigkeit: Die Errichtung der Bibliothek am Standort „Schwaigwiesschule“ erfordert den Abriss des Bestandes. In Zeiten fortschreitender Erderwärmung ist es allerdings unumgänglich den Bestand und die in ihm enthaltene graue Energie zu erhalten. Zudem erfordert die Errichtung des Bauköpers die Fällung sämtlicher Bäume, die dann nicht mehr ihren wichtigen Funktionen (Wasserspeicherung, Frischluft, Kühlung) nachkommen können.
  4. ÖPNV: durch die gewünschte 2-Teilung der ZUM würde im Norden, bei der neuen Bibliothek, eine weitere zentrale Busanlaufstelle entstehen.

Aufgrund dieser Argumente und dem Ergebnis der Nutzerbefragung zum bevorzugten Standort vor fünf Jahren, in welchem eine überwältigende Mehrheit den Standort im Hofgarten favorisierte, beantragen wir, die Stadtbibliothek am Standort „Hofgarten“ weiterzuentwickeln.

Durch die Bebauung, des sich in städtischen Besitz befindlichem Grundstück im Hofgarten, kann die Bibliothek intelligent ergänzt werden und von denselben Synergieeffekten profitieren, wie am Standort „Schwaigwiesschule“. Dabei würde die Orangerie der Allgäubibliothek weiterhin eine Heimat bieten und die traditionellen Funktionen einer Bibliothek beherbergen, während der Ergänzungsbau den Ansprüchen einer modernen Bibliothek gerecht werden würde und die VHS unterbringen kann. Der Ansiedlung eines Cafés oder eventuell die des Standesamtes in den Prunksaal sind weitere Möglichkeiten, die dieser Standort bietet.  Städtebaulich hätte dieser Standort den Vorteil, dass der Hofgarten durch die Weiterentwicklung architektonisch im Osten gefasst und so seinen Namen zurecht tragen würde. 

Ein weiterer Effekt der Entwicklung am Standort „Hofgarten“ wäre die Belebung des Hofgartens und damit einhergehend auch die Stärkung der nördlichen Innenstadt. Um beispielsweise von der ZUM fußläufig zum „Kultur- und Literaturzentrum im Hofgarten“ zu gelangen, führt der Weg unweigerlich an der Gerberstraße und der Galeria-Kaufhof vorbei. Diese Frequenzsteigerung könnte einen Beitrag zur Stärkung dieses Geschäftsbereiches sein. Zudem bietet der Rottachparkplatz genügend Abstellmöglichkeiten für PKWs und die Nähe zur ZUM und der Bushaltestelle Residenz/Pfeilergraben gewährleistet den Anschluss an den ÖPNV.

Mir freundlichen Grüßen

Stadträte der UB/ÖDP, FFK und FDP

Orangerie - Stadtbibliothek Kempten 2021