Franz Josef Natterer-Babych - OB-Kandidat der ÖDP Kempten/UB Kempten am 14.11.2019 nominiert

Franz Josef Natterer-Babych bei seiner Vorstellungsrede im Pfarrheim St. Anton, Kempten, Fotos: ÖDP Kempten

Mit freundlicher Genehmigung des Kreisboten Kempten:

Kempten - Einstimmig haben ÖDP und UB Franz Josef Natterer-Babych zum OB-Kandidaten gewählt. Dem ehemaligen Christdemokraten war die Arbeit in der Kemptener CSU zu wenig konstruktiv geworden.

Der 44-jährige Maschinenbauingenieur und Studienrat an der Technikerschule Allgäu sieht viel Potential in der engagierten Kemptener Gesellschaft, die seines Erachtens aber noch näher zusammenstehen und stärker an Entscheidungen beteiligt werden sollte.

Er will vorhandene fachliche Kompetenzen effektiv anwenden anstatt Luftnummern über der Stadt zu bauen. "Engagiert, kompetent, sozial" lautet sein Slogan, den er am Donnerstagabend den Delegierten von ÖDP und UB überzeugend präsentieren konnte. Auf die Frage eines ÖDP-Mitglieds, warum er die CSU Kempten verlassen habe, führte Natterer-Babych die für ihn fehlende vertrauensvolle Parteistruktur an. Sein außerparteiliches Engagement sei nicht vollständig akzeptiert worden. In der ÖDP fühle er sich nun sehr wohl und dem Querschnitt der Bevölkerung sehr nahe.

Natterer-Babych ist in Legau auf dem elterlichen landwirtschaftlichen Betrieb aufgewachsen. Als bereits erfahrener Industriemechaniker machte er über den zweiten Bildungsweg seine Hochschulreife und ging an die TU München. Vor seiner Lehrtätigkeit in der Automatisierungs- und Steuerungstechnik arbeitete Natterer-Babych im Luft- und Raumfahrzentrum in Braunschweig. Die Gestaltung und Entwicklung von Energie, Umwelt und Technik im Zeichen des Klimawandels steht für ihn außer Frage: "Ich bin Diplomingenieur und komme aus der Landwirtschaft. Das ist genau mein Interessensgbiet." Seine Steckenpferde sind das Ehrenamt und die Förderung von Kultur und Sport, für ihn unerlässlich in einer familienfreundlichen sowie integrativen Gesellschaft. In diese gehörten ebenso die Mittelschulförderung, die in der Folge den Mittelstand unterstütze. Was die ÖDP seit vielen Jahren im Stadtrat versucht einzubringen, will Natterer-Babych einführen: ein Jugendparlament. "Die Jugend soll sich zeigen und wir dürfen ihr nicht vorgeben, wie sie feiern soll."

Zu Themen der Stadtentwicklung, die die Kemptener beschäftigen, hat Natterer-Babych konkrete Vorstellungen und Ziele, die er im schriftlichen Interview näher erläuterte.

Kreisbote : Wie stehen Sie zum 100-Euro-Ticket?

Natterer-Babych: "Es ist ein guter Anfang. Dass Kempten nicht dabei ist, verstehe ich nicht. Wer sich als Oberzentrum definiert, soll sich auch als Oberzentrum verhalten und vorangehen. Was generell fehlt, ist eine professionelle Analyse der ÖPNV-Netze, um den Verkehr schneller zu machen und auch diverse Außenbezirke gut anzubinden. Das aktuelle Spinnennetz ist nicht ausgereift. Die technischen Möglichkeiten für solch eine Analyse gibt es - man muss sie nur machen und anschließend die Ergebnisse umsetzen. Die FH Kempten könnte dieses Projekt sehr gut anpacken, das Knowhow dazu ist vorhanden und braucht nicht von auswärts geholt werden."

Kreisbote: Wie passt dazu die Seilbahn?

Natterer-Babych: "Das ist eine schöne Luftnummer und das wird es auch bleiben!"

Kreisbote: Wann geht es los mit dem Baugebiet "Halde Nord"?

Natterer-Babych: "Die Halde Nord ist noch nicht zu Ende gedacht und wird hinsichtlich eines optimalen Verkehrswegenetzes für den ÖPNV und der mir bekannten Pläne der Kindertagesstätten- und Schulzuweisungen betrachtet. Dies bedeutet, dass ich auf eine Anbindung der Heiligkreuzer Straße an den Dachserkreisel hinarbeite. Da weder Gasversorgung noch Fernwärme auf dem Gelände vorgesehen sind, spreche ich hier die Empfehlung einer Passivhausbauweise mit Nutzung von smarten Solarnutzungskonzepten an die Bauherren aus. Weiter ist eine kostengünstigere Erschließung des Baugebiets zu klären. Die derzeit bekannten Kosten sind für eine sinnvolle, sozial ausgewogene Bebauung zu hoch."

Kreisbote: Wie gestalten Sie die Stadtbibliothek?

Natterer-Babych: "Die Stadtbibliothek in der Orangerie wird sukzessive zu einem modernden Haus der Literatur, Kunst, Kultur und Kommunikation umgebaut. Dabei wird es mehrere Ausbau-

stufen geben, die mit einem Anbau an die Orangerie beginnen und das ehemalige Klecks an die Orangerie anschließt, so dass es neben einem Literaturcafé, einem kombinierten Lese- und Bühnensaal auch moderne digitale Literaturlesebereiche gibt. Die Onlineausleihe soll soweit ausgebaut werden, dass ein attraktives Angebot an Literatur und Medien zur Verfügung steht. Die Zusammenarbeit mit der Bibliothek der Hochschule wird ausgebaut."

Kreisbote: Werden Solaranlagen auf öffentlichen Gebäuden stärker gefördert?

Natterer-Babych: "Viele Gebäude in kommunaler Trägerschaft sind schon mit Solarkonzepten ausgestattet. Trotz derer kann hier das Potential weiter ausgebaut werden, um Stromkosten in Verbindung mit Klima- und Lüftungsgeräten zu senken. Hier kann eine kostengünstige Klimatisierung von Schulen umgesetzt werden, welche sich in den Sommermonaten auf Grund der Dämmung überhitzen und das Lehren und Lernen intensiv erschweren.

Kreisbote: Wie gehen Sie mit der Lebensmittelverschwendung um?

Natterer-Babych: "Den eigenen Lebensmitteleinkauf hat jeder Bürger selbst zu verantworten. Es ist zu hinterfragen, ob die Bürger Kemptens wirklich den Anspruch haben, auch 30 Minuten vor Ladenschluss volle Lebensmittelregale vorzufinden. Ansonsten ist die Tafel Kemptens und die Foodsharing-Initiative Kempten gerne bereit, überschüssige Lebensmittel als Spenden anzunehmen und an Bedürftige zu verteilen."

Kreisbote: Wird es Kempten einen öffentlichen Gemüseanbau geben?

Natterer-Babych: "In Kempten gibt es eine Gruppe von Akteuren, die in Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung das Urban Gardening umsetzt. Dieses Vorhaben unterstütze ich sehr gerne mit dem Ziel, das Gärtnern auf ausgewählten öffentlichen Plätzen voranzubringen. Auch mit dem Hintergrund, Schulen an den Projekten zu beteiligen."

Kreisbote: Gibt es mit Ihnen eine Abschaffung der Adventsbeleuchtung?

Natterer-Babych: "Die Adventsbeleuchtung in Kempten wurde vor wenigen Jahren komplett auf LED-Technik umgestellt. Die notwendige Strommenge ist nun sehr viel geringer. Eine Adventszeit ohne passende und kreative Weihnachtsbeleuchtung in der Innenstadt ist nicht denkbar. Jedoch besteht an der einen oder anderen Stelle ein Aktualisierungsbedarf der in die Jahre gekommenen Beleuchtungsstrategie."

Kreisbote: Was machen Sie in den ersten 100 Tagen Ihrer Amtszeit?

Natterer-Babych: "Im ersten Schritt wird die Verwaltungsphilosophie erarbeitet und umgesetzt. Folglich möchte ich die für Bürger wichtigen Prinzipien festlegen, wozu z. B. sichere Schulweg- und Fußgängerwegeplanung, Richtlinien zum Umwelt- und Klimaschutz, Innovationsstrategieplanung und Schul- und Wirtschaftsförderung gehören. Damit lassen sich über klare Kriterien Vorhaben öffentlicher und nichtöffentlicher Initiatoren verständlicher bewerten und beschließen. Die Ergebnisse werden anschließend dem Stadtrat zur Diskussion und anschließender Beschlussfassung vorgelegt. Die Berücksichtigung von Wünschen der Bürger wird hierbei besonders hervorgehoben.

Ich gehe davon aus, dass die Umsetzung des 100 Euro-Tickets noch in der jetzigen Periode beschlossen wird, weshalb das nicht mehr zu meinen Aufgaben zählt. Ansonsten wird dies innerhalb kurzer Zeit unter Einbezug von Stadtrat und Verwaltung beschlossen und umgesetzt. Die Optimierung, Flexibilisierung und Leistungssteigerung des ÖPNV wird mit Unterstützung der Hochschule Kempten initiiert, mit dem Ziel, die Umsetzung mit Modernisierungsmaßnahmen aus dem Mobilitätskonzept flexibel und kurzfristig voranzubringen.

Für die Umsetzung des Jugendparlaments wird eine Arbeitsgruppe von Jugendlichen eingerichtet, welche sich mit der Definition und Einführung des Parlaments beschäftigt. Es sollte innerhalb eines dreiviertel Jahres seine Arbeit aufnehmen können.

In mehreren Klausur- und Beratungstagen von Stadtrat und Verwaltung wird die Strategie "Oberzentrum des Allgäus -Kempten" erarbeitet und mit den Wünschen und Vorstellungen des Oberallgäus abgestimmt. Diese Strategiefindung wird in den ersten 100 Tagen gestartet und soll binnen zwei Jahren zum Abschluss mit anschließender Umsetzung kommen.

Initiierung eines Pilotprojekts Mittelschulförderung durch aktive Vereinsmitgliedschaft in Zusammenarbeit mit dem Kultusministerium zur Stärkung der integrativen Gesellschaft und des kulturellen Vereinslebens in Kempten."

Mehr zu Franz Josef Natterer-Babych im Internet: http://www.natt.de/.

 

 

Aufstellung der Stadtratsliste für Kempten

Die Ökologisch Demokratische Partei und die Wählergruppe "UB (unabhängige Bürger Kempten) laden ihre Mitglieder bzw. Anhänger ein zur gemeinsamen Aufstellung der Stadtratsliste am Montag, 02.12.2019, 19.30 Uhr, Pfarrheim St. Anton, Völkstr. 4, Kempten. Neben den vorgegebenen Formalien zur Erarbeitung des Wahlvorschlages werden auch kommunalpolitische Leitlinien beraten. Unter dem Motto "global denken und lokal handeln" müssen sämliche großen Themen auch auf die Tagesordnung des Stadtrats. Vom Artenschutz über eine Energie- und Verkehrswende bis hin zum Existenzsicherungsvertrag mit den heimischen Bauern und einem sparsamen Umgang mit der Fläche.

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